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Wandern, Natur, Gedanken, Musik

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Drachenwand Klettersteig

Premiere in Sachen Klettern.
Melanie und ich trafen uns in Wels mit Andreas, der uns dann zum Mondsee mitnahm.
Kurz vor 12 Uhr trafen wir uns mit Hermann am Parkplatz beim Gasthaus Drachenwand.
Von dort aus ging es zum Einstieg.Beim Kletterset-Verleih warnte man uns, dass heute aufgrund der Niederschlägen von gestern,
der Wasserfall in den Klettersteig hineinspritzt.
Dennoch ließen wir uns nicht aufhalten.
Bei der Theklakapelle wird ein letztes Stoßgebet nach oben gerichtet.
Nach einer Querung des Klausbaches gelangen wir zum ...
Anseilplatz, wo das Set angelegt wird.
Nachdem alles sitzt gehts zur ersten langen Leiter.
Direkt daneben ein Wasserfall.
Oben am Ende der Leiter - an der Wasserfallstufe haben wir dann direkten Wasserkontakt.
Nach der ersten Erfrischung und dem Energiewieserl geht es dann so richtig zur Sache.
Erster Blick hinunter ... *schluck*

Nix mehr mit Gehgelände.
Fleissig wird gekraxelt. Technisch von uns Anfängern natürlich noch nicht ganz einwandfrei.
Melanie und ich hatten zuerst noch etwas Probleme mit den Karabinern, die sich ab und zu "verhakten".
Kurz danach im Bereich "Weiße Verschneidung - Götterquergang" dann die Schrecksekunden.
Andreas, der vorauskletterte, löste einen etwa 50Kilo schweren Felsbrocken, der unmittelbar danach Melanies rechten Arm schrammte, ca. 3-4 Meter neben Hermann und mir vorbeisauste und in die Tiefe donnerte.
Das hätte böse enden können.
Ein Dank nochmal an all unsere Schutzengel.
Das Stoßgebet bei der Theklakapelle hat scheinbar geholfen.Hier am Latschenquergang muss eine kleine Latsche in der Wand überstiegen werden.
Das war aber kein Problem.
Im Bereich Nußkipferl legten wir nochmal eine kurze Rast ein.
Ein Schmetterling wurde von Melanies Kunstblume angelockt.
Die schönen Ausblicke (hier zur Hochplettspitze rüber) konnte ich heute nur selten genießen.
Mein Gesicht und meine Konzentration war gänzlich der Wand zugerichtet und gewidmet.
Stimmt die Klettertechnik noch nicht ganz, wirds ganz schön kräfteraubend.
Dann erreichten wir die Franzosenschanze.
Hoffentlich setzt in dieser Wand nicht die "Nähmaschine" ein, war kurz mein Gedanke, als ich in der Franzosenscharte hinauf zur Pfeilerwand blickte.
Kurz bevor einem die Kraft ausgeht, setzt nämlich dieses gefürchtete Zittern ein.
Hat man hier die "Nähmaschine", hat man ein erhebliches Problem.
Fluchtausstiege gibts hier nicht.


Pfeilerwand und Pfeilerquergang waren für mich dann sehr anspruchsvoll und die eigentlichen Schlüsselstellen.
Mein rechter Oberarm war schon etwas leer - sprich kraftlos.

Deswegen ließ ich mir Zeit beim Karabinerwechsel und gewann dabei immer wieder genügend Kraft.
Ein Dank sein auch an Melanie für den Traubenzucker und Andreas für die Schokolade gerichtet.
Die taten sicher auch ihre Wirkung.

Die Pfeilerquerung ist zwar nicht die anspruchvollste, aber sicher die luftigste Sache dieses Klettersteiges.
Hier muss man absolut schwindelfrei sein.
Die Nerven zum Fotografieren hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, deswegen fiel die Anzahl der Fotos heute nicht besonders hoch aus.
Hermann war immer knapp hinter mir.
Das war ein beruhigendes Gefühl.
Für ihn wars denke ich ein Kinderspiel.
Er kam mir etwas unterfordert vor, weil er gegen Ende des Steiges sogar ein paar Mal laut zu Gähnen begann.
Dennoch meinte er zu uns, dass das Tempo ganz okay war.
Am Zackengrat angekommen hat man dann die Schwierigkeiten hinter sich gelassen.
Jetzt konnte ich den letzten Anstieg zur Gipfelwand sogar etwas genießen.
Kurz vorm Gipfel erreichen wir das Wandbuch, in dem Andreas uns verewigte.
Die letzten Meter zum Gipfel sind dann nur noch ein Klax.
Stolz am Gipfel angekommen.
Marmorstein und Eisen bricht
aber wir ... sicher nicht !
Blaue Flecken, Schrammen und kleinere Blessuren mussten wir aber schon in Kauf nehmen.
Nachdem wir den Gipfel zum Abstieg verlassen, passieren wir das Drachenloch.Hey, das sind sogar zwei.
Rasch stiegen wir danach ab.
Ein wadelbeissender Anstieg ist aber noch einmal zu absolvieren.
Selbst Leitern und seilversicherte Stellen mussten nocheinmal abgeklettert werden.
Also nix mit vorzeitigem Ausruhen und Entspannen.
Erst gegen 17 Uhr erreichten wir das von mir schon sehr ersehnte Gasthaus zur Drachenwand.
Hier wurde aufgetankt, Erlebtes Revue passiert und neue Herausforderungen und Pläne geschmiedet.Stolz blickten - besonders die "Kletter-Neulinge" Melanie und ich zur durchstiegenen Drachenwand hinauf.
Wow - da waren wir oben ! *stolzbin*
Ein Dank nochmal an Andreas und Hermann, ohne die das Ganze wohl nicht durchführbar gewesen wäre.
Und natürlich auch nicht ohne Melanie, die mich mit ihrer Begeisterung für das Klettern angesteckt hat.

Der ganze Steig zuletzt wie immer in Kartenformat.
DER DRACHENWAND-KLETTERSTEIG
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M
Wow wunderschöne Aussicht. Das ganze sieht furchtbar aufregend aus aber auch sehr gefährlich. Ich hätte für sowas viel zu viel schiss ggg
Antworten
W
<br /> <br /> Schiss ? ... hatte ich sicher auch.<br /> Aber ich konnte ganz gut mit meiner Angst umgehen.<br /> Die Neugier hat stets überwiegt.<br /> <br /> Der Zeitpunkt nach dem Steinschlag war so ein Punkt, wo das kurz hätte kippen können.<br /> Fragen wie: "Hey, was machst du da eigentlich - und ist dir dein Leben so wenig wert ?"<br /> blendet man aus, weil man muss.<br /> Angst erzeugt oft Panik.<br /> Und in Panik hat man sich nicht mehr unter Kontrolle.<br /> Das lernt man glaub ich beim Klettern schnell.<br /> Auch, dass man seine Konzentration voll und ganz einer Sache widmet.<br /> Wann macht man das sonst im Alltag.<br /> Beim Klettern bist du voll da ... intensiv im Hier und Jetzt ... lebst den Augenblick mit all deinen Sinnen... weil man irgendwie fast dazu genötigt wird. *g*<br /> Alles ist angespannt und auf eine Sache gerichtet.<br /> Mit jedem Handgriff, mit jedem Tritt folgst du dem Weg, den du gehen musst, weil er dich zum Ziel bringt.<br /> <br /> Fürs Klettern braucht man sicherlich Mut und Neugier.<br /> Vielleicht auch Verrücktheit und etwas Wahnsinn !?<br /> Naja, vielleicht von allem ein bissl was <br /> <br /> <br /> <br />