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11. Juli 2010 7 11 /07 /Juli /2010 23:34

5 Uhr - der Wecker läutet.

Eigentlich hätte ich keinen gebraucht, weil ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte.

Der Grund lag dieses Mal aber nicht an schnarchenden Menschen oder am ungemütlichen Bett ... woran es lag,weiß ich nicht... vielleicht war es die dünne Luft hier oben - keine Ahnung.

Vent 177

Nach dem Frühstück, so gegen 6 Uhr starteten wir unser Vorhaben, die Besteigung der Wildspitze.

Vent 185

Vorbei am Eissee über einige Schneefelder.

Vent 188Schon bald, nach der ersten kleinen Steigung, wurde mir klar, dass ich heute gar nicht gut zu Fuß bin. Vent-192.jpg

Meine Beine waren schwer und mein Atem kurz Vent 194

Der Weg entlang des "Moränen-highway's" war eigentlich unschwierig und nur leicht ansteigend, dennoch kam ich nur langsam voran. Es war anstrengend für mich und Andi musste ein paar Mal auf mich warten. Vent 199Am Ende des Moränenhighways rüsteten sich fast alle "Seilschaften" mit Steigeisen, Eispickel und Klettergurte auf. Während Andreas seinen Gurt und seine Steigeisen auspackte begutachtete ich die Schlüsselstelle.

Vent 209

Es ist diese 45° Steilrinne hinauf zum Mitterkarjoch (3470m)

Technisch gesehen wäre es wohl kein Problem gewesen, aber ich hätte seeehr langsam steigen müssen. Meine Atemfrequenz und mein Puls war einfach viel zu hoch. Ich wollte Andreas nicht aufhalten, deswegen entschied ich hier auf 3230m umzukehren und eine etwas leichtere Gipfel-alternative zu machen.Vent 203

Hier trennten sich also unsere Bergwege. Andi war auch nicht sauer auf mich.

Er schloss sich im Aufstieg bald einer alten Bergkoryphäe und dessen Sohn an.

Vent-206.jpgIch hingegen spazierte wieder den, mittlerweile in der Sonne liegenden Moränenhighway hinunter. 

Vent 214

Nun konnte ich es wieder gemütlicher angehen. Ich ließ mir sehr viel Zeit.

So wie es meine Beine und mein Atem eben zuließen.

Vent-231.jpg

Eine Zeit lang rastete ich am Eissee

Vent-230.jpg

und betrachtete die Eisschollen und Inseln.

Vent-239.jpg

Bei der Breslauerhütte schlug ich dann einen anderen "Abstiegs-"weg ein.

Den Weg über das Rofenkar Richtung Wildes Mannle. Vent-243.jpg

Ein Lämmchen wies mir den Weg bzw. fühlte sich eine zeitlang von mir verfolgt.

Vent-258.jpg

Später begegnete ich einem schwarzen Schaf, weit abseits der Herde. kurz ging es auf mich zu, als wollte es mir Hallo sagen. Es dürfte wohl ein seelenverwandtes Lebewesen sein

Vent-256.jpg

Steigt man von der Breslauerhütte zunächst 200hm ab, muss man dann hier über einen steilen Moränendamm wieder aufsteigen. Jetzt kommt meine Müdigkeit vollends durch. Bei einem größeren Felsen mache ich Halt...

Vent 259

und lege mich hin.

Vent 260Die Sonne wärmt angenehm. Eine leichte Windbrise macht alles noch angenehmer.Vent 261

Ich glaub ich bin fast eine halbe Stunde einfach nur da gelegen. Fast wär ich eingeschlafen, so müde war ich. Vent 265

Unten beim Gletscherbach wieder das selbe.

Vent-268.jpg

Ein großer Felsen, ideal für ein kurzes Nickerchen. Ich hatte Zeit.

Andi würde erst gegen 15 Uhr in Hochvet eintreffen.

Vent-262.jpg

Der Gipfel des Wilden Mannles rückte wirklich nur sehr langsam näher. Fast hätte ich ihn auslassen wollen.

Vent 277

Aber ich biss nochmal die Zähne zusammen und schaffte im Schneckentempo über den Normalweg auch noch den letzten steilen Schlussanstieg hinauf zum Gipfel.

Vent-290.jpg

Dann hatte ich auch auf meinen linken Bizeps ein "3000er-Tatoo" .

Vent-319.jpg

Das Gipfelkreuz des wilden Mannles

Vent 328

Die Tafel die daran angebracht ist entspricht ganz meiner "Bergphilosophie"

Vent 312

Von wegen Wildes Mannle

Vent 317

ein schöner und realtiv einfach zu erreichender 3000er (hatte man keine schlaflose Nacht zuvor).

Vent 330

Letzter Blick zurück zum Wilden Mannle.

Das wilde Mannle Andi befand sich gerade auf einen anderen Gipfel ... auf dem Nebengipfel dort oben

Vent-332.jpg

auf der Wildspitze.

Das gemütliche Mannle gönnte sich nach seinem Abstieg nach Hochvent Spaghetti B. und ein  Hopfengetränk.

Vent 355

Ich hatte mein Bier noch nicht ausgetrunken, als Andi (etwas verschwitzt) um die Ecke bog und mir von seinem abenteuerlichen und erfolgreichen Gipfelsieg erzählte ...

aber das ist eine andere Geschichte

Karte-1

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Kommentare

Rita 07/28/2010 14:19


Ihr seit ja richtig viel gewandert!


Andi 07/23/2010 18:03


Das sind schöne Bilder, Du hast Dich für Deine erste richtige Hochtour gut geschlagen. Ein Gipfelsieg macht nur dann Freude, wenn Du topfit bist. Seit 8 Jahren versuche ich, mit einem Freund den
Großvenediger zu besteigen. In dieser Woche sind wir erneut gescheitert. Gut Ding braucht Weile ... Aber im August starten wir einen neuen Versuch, Du kannst gerne wieder mitkommen.


Wolf 07/25/2010 12:04



Hallo Andi !


Danke für dein Lob. Schade, dass euer Großvenedigerversuch auch gescheitert ist. Aber du hast Recht ... "Gut Ding braucht Weile", deswegen wäre ich gerne bei einem Neuversuch dabei :)



Silvi 07/23/2010 08:10


Ist ja schon verrückt wie einem der Körper einen Strich durch die Rechnung machen kann. Und man sollte ja meinen du bist das auf und ab und die Höhenluft ja eigentlich gewohnt.
Aber es ist ja doch noch ein schöner tag geworden mit vielen tollen Eindrücken :-)

lg Silvi


Wolf 07/25/2010 12:10



Hallo Silvi


Stimmt, aber ich bin meistenes auf 1500m unterwegs und über 3000m beginnt die Luft doch schon dünner zu werden. Da muss man dann schon ein bisschen mehr schnaufen. Aber ich will nichts
zerreissen. Bin auf keine Höhenrekorde aus. Bei mir steht der Genuss und das Berg- und Naturerlebnis im Vordegrund


lg



Herfried 07/18/2010 17:52


Hallo Martin

Kopf nicht hängen lassen, das nächste mal klappst bestimmt!!

lg
Herfried


Wolf 07/19/2010 10:10



Hallo Herfried


Danke für deine aufmunternden Worte  Ich werde den Kopf sicher nicht hängen lassen und an meiner
Kondition arbeiten, aber ich bin werde nichts erzwingen, denn mir gefallen auch die niedrigeren Gipfel sehr gut 


lg



Silvia 07/16/2010 15:55


Sehr schön! Du Gipfelstürmer! In der Stille der Berggipfel bist du alleine mit dir selbst und doch inmitten des Universums...

lg Silvia


Wolf 07/17/2010 09:53



genau so ist es Silvia


lg



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sondern lächeln, daß sie gewesen !

 

Es ist nicht wichtig wie viele Gipfel du besteigst oder wie hoch dein Berg ist,

sondern ob du die Schönheit sehen kannst.


Manche Berge scheinen unüberwindlich

 ... bis wir den ersten Schritt tun

 

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende 

 

Jede Verwandlung beginnt mit dem konsequenten Gedanken daran,

der Sehnsucht danach und dem ersten bewußten kleinen Schritt.

 

Das Neue macht immer Angst,
aber das Neue ist das Leben
und nur durch das Neue erreichst du
neue Quellen des Lebens, des Glücks.

 

Neuland entdecken heißt, seinen Horizont erweitern

 

Der Gipfel unseres Lebens ist dort,

wo uns die Liebe Berge gibt

 

Deine Gedanken sind die Baumeister deines Schicksals

 

Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.

 

Die Freude steckt nicht in den Dingen,sondern im Innersten unserer Seele

 

Die größte Offenbarung liegt in der Stille

  

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben !

 

Die zur Wahrheit wandern, wandern allein

 

Nicht die Schönheit entscheidet, wen ich liebe, sondern meine Liebe entscheidet, wen oder was ich schön finde!

 

Demut gebietend und erhebend zugleich kaum etwas in der Natur flößt uns soviel Ehrfurcht einwie der Anblick von Bergen.

 

Die Natur ist uns ein Spiegel

 

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Viel wandern macht bewandert

 

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